Grillcamp 2013: Ran an die Kohle!

Im vergangenem Jahr lief mir der erste Tweet zum Grillcamp über den Weg. Seitdem war klar: Da muss ich hin im nächsten Jahr! – Gesagt, getan.

Barcamps habe ich schon viele besucht. Aber dieses war auch endlich mal was für richtige Foodies! 🙂
Nicht nur die Männer versammelten sich ums Grillfeuer. Ich befand mich in bester Gesellschaft von noch vielen anderen BBQ begeisterten Frauen.
Wie üblich gab es auch hier eine Session-Planung. Hierzu  wurden aber erst einmal fleißig eigens mitgebrachte und zur Verfügung gestellte Rezeptbücher gewälzt, die reichlich Inspiration boten. So sehr, dass wir gleich automatisch für die gesamten zwei Tage Vorschläge an die Wand pinnten. Dabei war nicht nur Fleisch unser Gemüse. Denn ein paar (wenige) vegetarische Beilagen waren auch mit im Spiel.
Was auf diesem Camp nicht fehlen durfte? – Ein richtiges Grillwurst-Tasting. Dafür brachten einige Teilnehmer ihre Lieblingswürste mit, die an beiden Tagen zur besten Frühstückszeit verkostet und benotet wurden.

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Am meisten hat mir aber das Improvisieren und Rezepte abwandeln mit all den gebotenen Zutaten gefallen. Wann bekommt man schon die Gelegenheit mit so vielen leckere Lebensmittel zu jonglieren? Das muss man schon richtig ausnutzen! So sah man überall in und auf dem Hof der Starküche begeisterte Teilnehmer an ihrem Grill-Projekt werkeln und voneinander lernen. Hingebungsvoll wurde Fleisch mariniert, Gemüse geschnippelt und so mancher Fisch liebevoll geduscht, ehe er sein schmackhaftes Show down erlebte. Auch ein paar kopflose Hähnchen waren mit von der Partie, die sich in der Sonne bräunten und dabei zu wahren #Foodporn Stars avancierten.

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Grillsoßen wurden frei Schnauze aus der Hüfte geschwungen und dabei unter anderem mit Frühlingsbutter eines Sponsors verfeinert. Die daraus entstandene Balsamico-Zwiebel-Reduktion fand ich sehr gelungen.

Bei vielen, nicht selbst geplanten, Sessions galt es schnell zu sein, um am Ende nicht nur als Zaungast zu enden. Denn die Teilnehmerzahl war aufgrund der einzelnen Rezepte natürlich sehr beschränkt.
Die erste Session, wo ich mir noch rechtzeitig einen Mithelfer-Platz ergattern konnte, drehte sich rund um das Thema „Alles mit Bacon!“. Dafür pulten wir Garnelen, schälten Bananen, grünen und weißen Spargel, putzten Champignons und Erdbeeren, die später auf einem Spiegel aus zuvor gekochter Balsamico-Zwiebel-Reduktion mit Orangenschokolade angerichtet wurden.
Bacon-TellerYummi! Ich liebe es mich so richtig kreativ auszutoben! Vor allem, wenn es so viele herrliche Zutaten zu kombinieren gibt! 🙂
Im nächsten Team wurde Hüftgold produziert. Wir fabrizierten süße Schaschliks aus Marshmallows und Erdbeeren (Rezept aus „Mein Grillbuch“ von Johann Lafer). Garniert mit Schoko-Orangensoße und Puderzucker sahen sie nicht nur göttlich aus, sie schmeckten auch so! Ich muss zugeben, dass ich solche Rezepte von Lafer nicht erwartet hatte und somit positiv überrascht wurde.
MarshmallowsDanach ging es in eine großartige Keynote von Claas Habben („Steakfreunde“ und „Beisser“) zum Thema „Dry Aged Steak“. Wir waren regelrecht hungrig nach all seinen Profi-Tipps, denen dann eine praktische Umsetzungsphase folgte.

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Die Verkostung des vom Team selbst gegrillten saftigen „Dry Aged Steaks“ war ein absolutes Highlight,  dem dann noch eine oberköstlich gegrillte Hüfte folgte.
36_GrillcampDer  zweite Tag begann mit einem ausgiebigen Burger-Frühstück. Ich entschied mich für die Gorgonzola-Version. Es war „Breakfast at it´s best!“ und bot genug Grundlage für den Tag. Ich hatte mit meinem „Frühstücks-Brötchen“ echt zu kämpfen und war für den Rest des Tages papp satt.
62_GrillcampDas hielt mich aber dennoch nicht ab, endlich meine eigene Session anzuzetteln. Denn ich wollte unbedingt das „Wursten“ ausprobieren. Hierzu hatte ich extra ein Boerwors-Rezept (typische Bauernbratwurst Südafrikas) aus meiner heimischen Kochbuchsammlung mitgebracht.
Ich konnte zwei großartige Assistenten gewinnen, die mich in die große Kunst des Wurstens einführten: Claas, ein waschechter Metzgermeister, und Thomas, einen exzellenten Hobbykoch. Gemeinsam frönten wir dem Wurst-Wahn und kreierten eine ganz eigene Würzmischung. Wir hatten die Kitchen-Aid auf Hochtouren gebracht und ruck zuck einen köstlichen Wurst-Teig gezaubert, der abschließend in den vorbereiteten Darm gepresst wurde. Unser Ergebnis konnte sich sehen lassen: 18 Boereworse und 2 kleine Proto-Boeres hatten wir produziert. Und, ganz nebenbei habe ich ein neues Hobby entdeckt…

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Boerewors
Zutaten (4 Portionen):
500g Rindfleisch
je 250g Lamm- und Schweinefleisch

200g Speck
1 kleine (ganze) Knoblauchknolle
2 EL Worcestersauce
3 EL Essig

1 Tl Koriandersamen
1/2 Tl Cayennepfeffer
je 1 El gehackter Thymian und Basilikum
2 ordentliche El Orangeningwer-Marmelade
1 El brauner Zucker
1 Schuss Rum
1 Tl Pfeffer
1 El Salz

Wursthülle

Zubereitung:
Die Wursthülle in kräftig gesalzenem Wasser ziehen lassen. Dabei sollten zwei ordentliche Handvoll Salz ins Wasser gestreut werden. Das Rindfleisch mit dem Lamm- und Schweinefleisch sowie Speck durch den Fleischwolf drehen. Den Knoblauch schälen, klein hacken und mit den restlichen Zutaten dazugeben. Alles gut vermischen und kräftig abschmecken. Die Masse in eine dünne Wursthülle füllen und fest zu Würsten drehen.

Die Würste 8 – 10 Minuten auf dem Holzkohlegrill grillen.

Eine Teilnehmerin hatten wir am Ende unserer Session so sehr angefixt, dass sie sich nun endlich auch in den Wurst-Wahn stürzen wollte. Es folgte eine kleine Mädels-Session. Dabei machten wir uns ans Reste verwerten, denn das Grillcamp neigte sich langsam dem Ende zu, und so manche Zutat wollte noch verarbeitet werden. So ging es für eine kleine Regenbogen-Forelle um die Wurst. Gemeinsam mit Lachs haben wir sie zu Hackfleisch gemacht und dabei jede Menge Spaß gehabt. – Okay, klingt jetzt ein wenig sadistisch… Aber wir befanden uns im Wurst-Wahn und der war höchst ansteckend.

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Volker von „volkermampft
“, der im übrigen das Grillcamp organisiert hat, hatte die großartige Idee, der Grillkohle etwas Buche zuzusetzen, um ein zusätzliches Rauch-Aroma zu schaffen, die der Wurst noch den letzten Pfiff verlieh. Allerdings hatte der Lachs der Wurst leider eine sehr mehlige Konsistenz verliehen, was aber auch ein wenig zu erwarten war. Daher gibt es an dieser Stelle lieber doch kein Rezept.

58_GrillcampSatt und glücklich ging ich mit allerlei Grillcamp-Eindrücken im Gepäck nach Hause. Danke an die Orga des Grillcamps 2013 für die zwei unvergesslichen Grilltage. Ich komme wieder! 🙂

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2 Gedanken zu “Grillcamp 2013: Ran an die Kohle!

  1. Food technisch war ich bisher nur beim Grillcamp unterwegs. Das diesjährige FoodbloggerCamp in Berlin ist erst mein zweiter Ausflug dieser Art. Ansonsten treibe ich mich hauptsächlich auf Barcamps im Social Media Bereich rum.

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