Die Strudel-Show im Kochsalon

Unsere Gastgeber waren Christian und Alex, die uns den ganzen Abend mit viel Herz, Tipps und Tricks beiseite standen.
Nachdem wir alle nett mit einem Gläschen Prosecco begrüßt wurden, lud uns Christian sehr charmant und mit viel Wiener-Schmäh auf seine persönliche kulinarische Lebensreise ein: Vor 30 Jahren schien die Welt noch nicht ganz so reif für eine vollwertige und fettarme Ernährung zu sein und so machte sich Christian Wrenkh auf diese näher zu erforschen und den Leuten schmackhaft zu machen. Dabei verschrieb er sich der regionalen Küche auf Basis von leicht erhältlichen Bio-Produkten. Aus heutiger Sicht eine weise Entscheidung, denn nun kann er sich zu Recht zu den glücklichen Pionieren der gegenwärtigen Vitality Küche zählen.
1982 eröffnete Christian sein erstes Restaurant für Vollwertküche, das Wrenkh, in Wien. Schnell erwies sich das Missverständnis von der Öffentlichkeit als „Vegetarisches“ Gasthaus wahrgenommen zu werden als absoluter Glücksfall. Es folgte eine äußerst erfolgreiche Zeit in der sich das „Wrenkh“ kaum vor Reservierungen retten konnte und der eine oder andere internationale Promi (u.a. Madonna und Joe Cocker) dort ein und aus ging, wenn er mal in der Stadt war. Mittlerweile haben Christians Söhne Leopold und Karl ihr kulinarisches Erbe mit dem dort angegliederten Wiener Kochsalon übernommen. Denn 2009 hat es Christian der Liebe wegen nach Hamburg verschlagen, wo er den „Wiener Kochsalon“ in der Max-Brauer-Allee gründete, den er heute mit seinem Geschäftspartner Alex führt. Und, da die Liebe nun mal bekannterweise durch den Magen geht, ist hier auch noch ganz nebenbei Christians Buch „Vom Kochen und vom Lieben entstanden, welches mittlerweile mein Bücherregal bereichert. Dieses Buch ist allerdings nicht sein erstes und letztes Werk, denn es folgte noch der Küchenratgeber unter dem Titel „Sehr gut vegetarisch kochen„.

Ja, und an die Arbeit machten wir uns dann auch als wir auf unserer Reise wieder in Hamburg angelangt waren. Hier wurden wir in die hohe Kunst der Strudelzubereitung eingeführt, bei der wir herzhafte und süße Varianten zubereiten durften. Vorweg gab es aber noch einen kleinen Begrüßungssnack aus gemischtem Gemüse, geräuchertem Tofu und Quinoa, der von drei freiwilligen Mitstreitern zubereitet wurde und wirklich köstlich schmeckte!

Nachdem wir unsere Schälchen mit dem Appetitanreger geleert hatten, ging es auch schon ans fröhliche Schälen, Hacken und Schnippeln der einzelnen Zutaten, die zur Füllung dienen sollten.

Dabei durften wir natürlich Getränke technisch nicht auf dem Trockenen sitzen. Denn zum genüsslichen und geselligen Kochen gehört natürlich auch ein guter Wein, der selbstverständlich aus Österreich kam.
Die Zubereitung des Teigs ist vom Prinzip her nicht so schwer. Doch dafür hat die Handhabung es so richtig in sich. Das war erwartungsgemäß wirklich nicht so einfach und sicherlich auch ein Grund, warum ich bisher immer vor der Strudelzubereitung zurückgeschreckt war. Denn das Zurechtziehen des Strudelteigs benötigt ein wenig Fingerspitzengefühl, wenn man nicht Unmengen von Löchern und Falten hineinbekommen möchte. Für den ungeübten Neuling schon eine große Herausforderung, wenn man den Teig so dünn hinbekommen möchte, um nach Christians und Alex Worten eine Zeitung durchlesen bzw. das Muster unseres Strudeltuchs besten erkennen zu können. Ist das Werk gelungen, kann nach Herzenslust die Füllung aufgetragen werden, ehe der Strudel mit dem entsprechenden Tuch aufgerollt und auf dem Backblech platziert wird.

Die Ergebnisse, ein herzhafter Bohnenstrudel mit Möhren, Speck, wahlweise auch Käse sowie ein klassischer süßer Apfelstrudel konnten sich sehen lassen und waren oberlecker! Serviert wurde die herzhafte Variante mit je einem Ketchup aus Möhren, Ingwer und Kokosnussmilch und einer Topfensauce aus Quark, Joghurt, Paprikapulver und Tomatenmark, wobei mein absoluter Top-Favorit beim besonders schmackhaften Möhrenketchup lag. Den Apfelstrudel gab es klassisch mit einer hervorragend warmen Vanillesoße. – Yummi!

Nachdem dann der Arbeitstisch in eine wunderschöne Speisetafel umgebaut wurde, genossen wir unsere Werke gemeinsam in geselliger Runde.

Es war ein wunderbarer Abend in geselliger Runde mit interessanten Gesprächen und vor allem tollen Essen, welches viele Anregungen für den eigenen Hausgebrauch gab. Vielen Dank an das Team rund um Christian und Alex, die uns tolle und herzliche Gastgeber waren!
Wer gerne selbst mal im Wiener Kochsalon vorbeischauen möchte, dem sei gesagt, dass es hier nicht nur ein Ort für geschlossene Gesellschaften ist. Denn auch offene Koch-Abende werden angeboten, wo man nicht nur neue Rezepte erhält, sondern auch ein paar nette Leute in ungezwungener Atmosphäre kennen lernen kann.

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